Weltenlied (Saga der Zwölf 1)

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Zwei junge Gestaltwandler. Ein Ausgestoßener, unterwegs zum Horizont. Ein skrupelloser Herrschersohn. Ihr aller Schicksal erfüllt sich in dem einen Lied …

Lange ist es her, dass ich mal hier etwas längeres geschrieben habe. Ich glaube, das mit dem Bloggen geht nicht nur mir so, dass man da phasenweise Lust zu hat.

Seit Beginn des Jahres habe ich ein neues Hobby, zu verdanken meinem Freund Marcel. Aufgrund einer Leseschwäche habe ich jahrelang einen riesigen Bogen um Bücher gemacht, da mir in der Form Lesen überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Das änderte sich, als Marcel mir seinen eBook-Reader zeigt, denn damit macht selbst mir wieder lesen Spaß. Mittlerweile habe ich dieses auf Amazon mit 364 Seiten angegebene Buch in 15 Stunden durch, was geradezu Warp-Geschwindigkeit beim Lesen für mich ist.

Es lag aber auch am Buch, das mich einfach gefesselt hat, sodass ich es nicht mehr weg legen konnte. Daher möchte ich es Euch vorstellen.

~ Lass Mich Singen ~
~ Und Ich Schenke Dir ~
~ Eine Welt ~

Das neue Buch von Manauel Charisius ist letzte Woche herausgekommen, und ich habe es verschlungen. Nach Streuner war klar, dass ich sein neues Buch und auch alle kommenden sofort ungesehen haben muss.

Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, dass ich es (leider) so schnell durch haben würde, aber es hat mich nicht losgelassen. Es liest sich von Anfang an wie in einem Guss durch, wobei ich hier gleich meine zwei einzigen kleinen Kritikpunkte anbringen möchte: Zum Einen hat mich das Kapitel am Anfang „Das Buch“ doch etwas geschockt, denn es erzählt in komprimierter Form eigentlich ziemlich weit ins Buch rein. Zugegeben, da man weder Namen noch Orte und Begebenheiten zu dem Zeitpunkt kennt, merkt man sich kaum etwas davon, aber ich fand es irgendwie unnötig. Als Klappentext bei einem gedruckten Buch wäre das eher geeignet gewesen. Und der zweite kleine Kritikpunkt ist, dass mir die Ortsbeschreibungen am Anfang too much waren. Welches Dorf wo in welcher Himmelsrichtung liegt und und und merkt man sich in der Geballtheit nicht, es ist aber auch nicht notwendig.

Das ganze tut dem großartigen Buch aber keinen Abbruch. Ich möchte natürlich jetzt nicht die Geschichte spoilern. Sie ist aber an jeder Ecke stimmig, bietet genau wie der Streuner an vielen Stellen unerwartete Wendungen und „aha!“-Momente, und gerade das liebe ich so.

An Manuel Charisius‘ Schreibstil mag ich ebenso aber auch, wie er mit Wahrnehmungen spielt. Eigenwahrnehmung und Außenwahrnung werden so gut unterschieden, dass man sich erst Recht richtig in die Personen hineinversetzen kann. Als Beispiel sei ein Charakter genommen, der schon eine Zeit lang als Hauptdarsteller auf der Bühne ist, aber erst viel später, als er von anderen wahrgenommen wird, überhaupt erst in Gänze beschrieben wird. Dies lässt einen sehr echt in die Personen eintauchen. Dadurch ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich mich in einem Buch nicht nur mit einer Person identifiziere beim Lesen, sondern gleich mit mehreren.

Der Blickwinkel, also die Schulter des Charakters, von der aus erzählt wird, wechselt öfters. Allerdings versteht Manuel Charisius es perfekt, dass man dabei nicht durcheinander kommt. Eine sehr interessante Erfahrung. Auch und insbesondere der Schreibstil, wenn Personen reden, gefällt mir extrem gut. Wo man leider oft in Fantasy-Romanen Dialoge liest, wie sie nie jemand sagen würde, strotzen hier die Dialoge von Natürlichkeit, wo sie passt.

Die Geschichte spielt in einer neuen Fantasy-Welt, keine Elfen, keine Zwerge! Dafür eben aber Gestaltenwandler und ihre tierischen Pendants. Das Buch ist abgeschlossen, es gibt also keinen Cliffhanger. Und doch lässt die Geschichte viele ungeklärte Fragen offen, die nach einer Fortsetzung schreien, wie ja auch der Untertitel hoffen lässt. Wie schon im Streuner sind Kämpfe und erwachsene Spiele durchaus direkt, aber noch voll „gesellschaftsfähig“ beschrieben.

Ich hatte mehrere Gänsehaut-Momente, es hat echt viel Spaß gemacht, es zu lesen.

Leider gibt es das Buch derzeit „nur“ als Kindle eBook:

Manuel Charisius – Weltenlied (Saga der Zwölf 1)

Vom gleichen Autor gibt es noch Streuner, welches ich schon länger durch habe, und genauso fesselnd ist. Eine Geschichte rund Wolf von Tanár und seine unfreiwillige Verwicklung in einen blutigen Reichsputsch. Ich denke, dazu schreibe ich in Zukunft auch nochmal eine Rezension.