Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzähln‘ *sing*

So komme ich mir gerade vor. Wie auf einem Trip in den Cyberspace, der noch nicht zu Ende ist, aber von dem ich Euch immer wieder Updates gebe.

Ich sagte ja, das will ich auf mehrere Teile aufteilen, und die übrigen Teile sind ebenfalls schon in der Mache und angefangen. Denn ich habe bereits einiges von dem, was ich Euch erzählen will, in die nächsten Teile reingeschrieben, wo es hingehört. Eventuell werde ich den einen oder anderen Teil nochmal splitten, aber derzeit dürft Ihr Euch noch auf mindestens 3 weitere Teile freuen, die ich bereits als Entwurf begonnen habe.

Irgendwie ist das aber gerade das McDonalds-Prinzip: Die machen einen Mörderumsatz, aber keiner geht hin und alle finden es doof, wenn man sie danach fragt. So ähnlich geht es mir gerade mit dieser Artikelreihe. Außer Marcel, der ja wenigstens einen Lästersatz geschrieben hat auf Facebook zum ersten Artikel, mag da wohl keiner dazu stehen, dass er oder sie die Artikel lesen.

Leute, wir leben im 21. Jahrhundert, ich habe hier natürlich eine (unpersönliche) Statistik mitlaufen, und ich kann auch unterscheiden, ob Leute die Seite nur aufrufen oder den Artikel lesen!

Insofern kann ich nur sagen: Vielen Dank für Euer derbes Interesse, die Artikelreihe steht an der Spitze meiner Blog-Artikel! Und das trotz meiner langen ruhigeren Phase hier auf dem Blog davor. Krass, danke! Da mache ich doch gerne weiter.

Und Ihr dürft gerne im Stillen weiter mitlesen, Ihr müsst nicht öffentlich zugeben, dass es Euch interessiert, ich sehe es auch so, und ich erzähle es keinem weiter *sic*

Den letzten Artikel noch im Ohr: Weg von dieser Location. Weg von dem Rummel, irgendwohin. Egal wohin.

Ich erinnerte mich an den Reiseführer und die Suchfunktion. Nur, wo zum Geier war das Ding nochmal versteckt? Ich suchte lange, bis ich auf die Idee kam: Das Ding funktioniert ja wie ein Webbrowser. Also vielleicht geht ja STRG-F…. Bingo!

Äh, und jetzt? Einfach mal ausprobieren. Irgendeine Sehenswürdigkeit, irgendwas wird es geben. Jeder drittklassige Flugsimulator hat die Freiheitsstatue drin, aber ich habe es mal mit „Kölner Dom“ ausprobiert. Kurze Zeit später kamen ein paar Einträge zum Vorschein, die sich hautpsächlich auf das „Virtuelle Köln“ beziehen. Darunter gleich ein Link „Teleportieren“. Es kann so einfach sein!

Zack, und weg von dem Getümmel. Der Teleportbalken wird voll, ich war gespannt. Es dauerte einige Zeit, bis alles heruntergeladen war. Ihr erinnert Euch? Alles wird live heruntergeladen, wenn Ihr in ein Gebiet neu kommt. Aber nur beim ersten Mal komplett.

Gut, da war nun Köln. In der virtuellen Version. Neben dem Dom gibt es hier einiges, was vor allem für Anfänger interessant ist: Ein schön gemachtes Tutorial in Deutsch zu SL, was weit über den Anfangswitz von Linden Labs hinausgeht. Neben Fußballspielen gibt es hier auch noch einige andere interessante Termine, also mit Sicherheit eine gute Adresse, die ich da für den Anfang mal gewählt habe.

Nachdem ich mich da etwas umgeschaut habe, ging es weiter. Hm… „Eiffelturm!“

Ich kam mir schon so ein bisschen vor wie das Kind im Märchen, das drei Wünsche frei hat, sie ausspricht, und direkt erfüllt bekommt.

Wobei ich doch über die Nähe vom Eiffelturm und Triumphbogen in der virtuellen Version arg schmunzeln musste.

Ich gebe zu, zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nichtmal ansatzweise realisiert, dass das alles von Usern gemacht und betrieben wird. Aber je mehr mir dies bewusst wurde, umso beeindruckter war ich.

Als nächstes wollte ich mal etwas anderes als eine Sehenswürdigkeit ausprobieren. Eines meiner Lieblingsthemen: „Star Trek“. Und *rums* hagelt es mir die Suchergebnisse voll. Angefangen von Rollenspielgruppen über Läden für Sternenflottenuniformen bis hin zu Rollenspiel-Settings an der Akademie, auf Raumschiffen, und und und. Da war also die Qual der Wahl schwer. Ich entschied mich letztendlich für das Star Trek Museum, und stand kurze Zeit später davor. Richtig toll gemacht mit vielen Goodies und wissenswertem. Ein vulkanisches Dorf, und sogar die virtuelle Version der Wale aus dem vierten Film, an denen man vorbeitauchen kann, gibt es hier und noch einiges anderes.

Hier hatte ich auch das erste Mal die Begegnung mit live in die Simulation gestreamten Inhalten. An verschiedenen Bildschirmen kann man diverse Info-Filme, Making Ofs und Film- und Serienausschnitte sehen.

Nach einer neuen Destination gesucht… „Disney“! Oh, da gibts auch viel. „Sarah’s Magical Kingdom“ angeklickt, und schon stand ich vor Cinderellas Schloss, und ein Ausrufer-Bot schrie durch die Gegend „In 5 Minuten beginnt die Main Street Electrical Parade! Nehmen Sie sich aus der Kiste ein HUD und tragen es!“

Nicht wahr, oder? Disney-Parade? Okay, was ein HUD ist, wusste ich nur aus Shootern. Grundsätzlich ist es die Abkürzung für „Head up Display“, also zum Beispiel diese Energie- und Radaranzeigen in der Mitte des Bildschirms. In SL bezeichnet man als HUD grundsätzlich alles, was einem nur auf seiner Bildschirmoberfläche angezeigt wird, meist sind es irgendwelche Kontrollen. Etwa vergleichbar mit Addons in WoW.

Ich ergatterte also kostenlos so ein HUD und zog es an. Das „Main Street Electrical Parade“ Logo tauchte auf meinem Bildschirm auf, und eine Prozentanzeige begann hochzuzählen. Ah, kapiert: Der läd die Paradenmusik vor, damit es nachher keine Haker gibt, wenns startet. Wieder was neues gelernt.

Es sollte nicht lange dauern, dann startete die Parade, und ich war baff. Damit hätte ich nicht gerechnet. Vor allem wurde mir glaube ich wirklich in dem Moment zum ersten Mal so richtig klar, dass das irgend ein User gebaut hat, weil er Bock und Spaß dran gehabt hat, und anderen eine Freude damit machen wollte. Denn Sarah’s Magical Kingdom hat keinen Shop, kostet keinen Eintritt, hat nur ein Tip Jar, was aber ja kein Zwang ist. Und ich hatte sehr viel Freude an der Parade!

Zu Disney gibt es noch viel mehr zu entdecken. Test Track, Big Thunder Mountain (naja, wobei, so big ist der nicht…), Space Mountain ohne Schläge *sic* und der Tower of Terror darf natürlich auch nicht fehlen, genausowenig wie Star Tours mit Original-Film reingestreamt.

An dieser Stelle vielleicht ein Wort zur Grafik:

Wie bereits erwähnt, ist fast der komplette Content von Usern gemacht. Keine QA, die da für eine einheitliche Linie, ein einheitliches Niveau sorgt. Und so sind natürlich die Gegenden sehr unterschiedlich. Die Grafik Engine selbst ist dabei durchaus ansehnlich: Wasserreflektionen, Bumb-Mapping, Shader, bis zu 6 lokale Lichtquellen und obendrauf noch eine Physik-Engine. Entsprechend ist die Darstellung aber dann natürlich davon abhängig, wie die Objekte und Umgebung gestaltet sind.

Das, was von Linden Labs dabei natürlich anfangs kommt, also die Standard-Avatare und die Standard-Animationen sind dabei durchaus auf eher Sparniveau. Aber das macht ja nichts, man will seinen Avatar ja sowieso individualisieren und einzigartig sein. Nunja, ich zumindest, und viele andere auch. Mit den eher einfach gestalteten Avataren vom Anfang sticht man doch irgendwie negativ heraus, wobei das natürlich auch manche als Markenzeichen nehmen könnten.

Mir hat das auf jeden Fall nicht so gefallen, und bevor ich mich großartig unter Leute mische, wollte ich mein Aussehen doch dahingehend verändern, dass ich nicht mehr aussehe wie einer von 100 Mehrlingen.

Also machte ich mich daran zu verstehen, wie das Aussehen eines Avatars zustande kommt. Zuerst besteht der Avatar mal aus einem genitallosen Körper. Und bevor jemand fragt: Ja, gibt es. Mit allen Funktionen. Aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich schon gedacht *sic* Ich weiß nur noch nicht, ob ich den Teil mit dem Schweinkram das nächste oder übernächste Mal in dieser Reihe bringe.

Der Körper besteht aus einem Shape, also der Form, die zu allererst männlich oder weiblich ist. Danach kann man natürlich alle Proportionen ändern. Natürlich kann man einen Shape abspeichern und verkaufen.

Über dem Shape liegt der/die/das (was weiß ich) Skin. Logisch, eine Haut sollte man haben. Das ist letztendlich nichts anderes als eine Körpertextur. Dann kommen noch Augen. Und diese ersten 3 genannten sind auch die einzigen Teile am Körper, die man nicht ausziehen kann, sondern nur durch andere ersetzen. Alles andere, was jetzt kommt, ist optional.

Es gibt einen Slot für das Unterhemd, das Shirt, die Jacke, die Unterhose, die Hose, die Schuhe, und sogar relativ neu einen Tattoo-Layer. Das alles befindet sich bislang noch auf der Oberfläche des Shapes und wird letztendlich einfach „zusammengerechnet“, wenn der Character vom Viewer zusammengebaut wird.

Hinzu kommen nun noch modellierte Teile. Das kann eine Brille sein, oder aufwändigeres, abstehendes Haar, ein Kragen, hochgekrempelte Arme, aufwändige Schuhe mit Schnürsenkeln, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Und so gibt es natürlich auch z.B. diese bunten Stäbchen für die Hand, die man gerne in Dissen sieht.

Ich machte mich also dran, durch die verschiedenen Shops zu ziehen, um meinen eigenen, einzigartigen Avatar zusammenzusetzen. Zuerst natürlich in Freebie-Shops, wo fast nur kostenlose Sachen zu haben sind. Da kam auch schon einiges zusammen. Im Bild seht Ihr so einen Freebie-Shop.

Wer mich schon ein bisschen kennt, der weiß, dass ich total auf Twilight stehe (aka „Vampirscheiß“), und da definitiv Team Jacob zugehörig bin. Also setzte ich mir die spinnerige Idee in den Kopf, dass mein Avatar an ihn angelehnt sein sollte. Und natürlich, es gibt vorgefertigte Avatare, die wie Jacob Black aka Taylor Lautner aussehen. Sollen. Die waren irgendwie alle Rotz. Nichtsdestotrotz nahm ich einen von denen als Basis, aber veränderte ihn. Die Körperform ein wenig anpassen und solches Zeugs.

Der/die/das Skin sollte dann natürlich auch angemessen sein. Nicht das flache Brett vom Anfangsavatar, also mal ab durch die Shops teleportieren. Die Suchfunktion zeigt einem da viele Stellen, aber aus dem kurzen Eintrag darin wird selten etwas klar über den Stil des Shops. Von daher habe ich meistens einen anderen Weg gewählt: Es gibt einen Marketplace, der ist ähnlich wie Amazon. Ein Shopbetreiber kann darin seine Sachen ganz normal im Netz anbieten. Und da stehen dann auch nicht pro Shop ein Bild, sondern zu jedem Artikel eventuell sogar mehrere Bilder, und man sieht ganz gut, was dieser oder jene Shop so führt.

Hat man dann etwas interessantes gefunden, kann man immer noch den Link für den inworld-Shop drücken, und sich dann dort in Ruhe umschauen. Und ich gebe zu… das habe ich tagelang gemacht. Das macht echt richtig Spaß, und es gibt so viel verschiedenes. Das ist bei mir wie im RL: Wenn ich eine Hose kaufen will, dann kann ich dafür schonmal 4-5 Stunden in der Stadt unterwegs sein.

Lustigerweise am schwersten zu finden war das Haar für ihn. Dabei gibt es riesige Shops, z.B. wie im Bild Exile, die ausschließlich Haare und die in Tonnen haben. Da gibt es Haare mit Schleifchen, langes, kurzes, Ponyschwanz. Und dank der Physik-Engine wippt das Haar auch schön bei Bewegung.

Exile hätte auch tatsächlich das Haar gehabt, was ich mir so vorgestellt habe, laut deren Webseite. Aber: Das Haar wurde leider im Frühjahr aus dem Programm genommen, wie ich dann erfahren musste. Super. Weitersuchen.

Schließlich fand ich dann Haare, die mir sogar besser gefielen als die, die ich ursprünglich wollte. Aber das war wirklich eine tagelange Suche.

Nackig oder mit den Anfangsklamotten wollte ich natürlich auch nicht rumlaufen. Also ging es ab zum Herrenausstatter. Jeans, Shirts, Hemden, Muscle Shirts *sic*, ein Paar ordentliche Chucks.

Ach ja, Schuhe. Ein Thema für sich. Und lustigerweise, man vermutet es gar nicht, ein Thema, was mit Lag und Technik zu tun hat. Ich hole dafür mal ein wenig aus:

Man geht da natürlich nicht in einen Laden und sagt „Ich hätte die Schuhe gerne in Größe 42“. Die kommen in einer Einheitsgröße, und dann kann man sie mit dem Editor vom Viewer vergrößern oder verkleinern und an seinen eigenen Shape anpassen. Wenn sie nun etwas komplizierter sind in der Struktur, dann haben sie meistens ein Script in sich, ein sogenanntes „Resizer Script“. Man zieht die Schuhe also an, klickt sie an, und bekommt ein Menü, mit dem man die Schuhe individuell anpassen kann.

Damit das funktioniert, muss in jedem (ich wiederhole: In JEDEM!) primitiven Element des Objekts (in SL „Prim“ genannt) ein solches Script sein. Naja, eigentlich muss es nicht, aber es hat sich nunmal so eingebürgert. Auf jeden Fall ist es meistens so der Fall. Da kann dann mal schnell solch ein Schuh aus etwa 100 Scripts bestehen. Diese Scripte laufen auf dem Server, und teilen sich Rechenzeit und Speicherplatz mit den Scripts aller anderer Objekte und Avatare, die sich um einen herum befinden. Wenn also jeder mit 200 Scripten an beiden Füßen durch die Gegend laufen würde, kann man sich vorstellen, dass das Ressourcen ohne Ende zieht. Daher gibt es bei den meisten Schuhen die Möglichkeit, die Scripte zu entfernen mit einer Menüfunktion, sobald man die Schuhe fertig angepasst hat. Schuhe ohne diese Funktion sollte man boykottieren, denn das ist wirklich einer der führenden Lag-Gründe.

Jacob Black hat natürlich in Twilight ein Tattoo. Hier stieß ich allerdings an eine doofe Beschränkung der Engine: Es gibt nur eine Textur für die Arme, und sie ist für den linken und den rechten Arm gleich. Dummerweise hat Jacob Black das Tattoo nur auf einer Seite. Nun gut, der virtuelle hat es dann eben auf beiden Seiten, lässt sich nicht ändern. Das Tattoo habe ich übrigens selbst gemacht, mein erster Versuch in Sachen Texturen. Und… da ist noch qualitative Luft nach oben *hust* Ich übe ja noch.

Mit dem Shoppen dann fertig, gibts natürlich die vorher-nachher Bilder:

Ich denke, hier sieht man auch sehr deutlich, wie abhängig die Grafikqualität von den Objekten ist, die dargestellt werden sollen, was ich vorhin beschrieben habe.

Der ist doch schon ganz ansehnlich. Jetzt noch die stoffeligen Standard-Animationen mit einer passenden AO (Animation Override) ersetzen (die musste natürlich auch erstmal passend nach meinen Vorstellungen gefunden werden), und fertig ist der Avatar.

Naja, fertig nie, aber immerhin schonmal ein passabler Status.

Ich hatte ja schon anfangs die Nähe zu Tron erwähnt. Und so blieb es nicht aus, dass auch folgendes Outfit in meinen Einkaufskorb fiel. Mitsamt dem Bike *hust*

Ja, es musste sein, das gehört dazu! Und das Bike fährt sich übrigens ziemlich geil *sic*

Das Bike kann natürlich wie im Film Spuren hinter sich herziehen, und an diesen zerschellen. Selbstverständlich gibt es auch Wettbewerbe ähnlich Tron, die ausgetragen werden in Sims, wie Ihr sie auf dem Bild seht. Wenn jemand damit mal fahren möchte… ich kann es gerne mal ausleihen.

Und mit diesem Bild beende ich dann mal den heutigen Teil. Bis bald!

Part I

Part II

Part IV

 

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